Alessio ganz privat

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Re: Alessio ganz privat

Beitragvon Wolfzahn » 5. Feb 2008 14:13

@Sweety

Links am besten im anderen Topic "Info- und Fotolinks" posten. Danke.

Mfg Wolfzahn
=>Errare humanum Est<== Die wohl beste Ausrede der Welt ^^
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Wolfzahn
 
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Re: Alessio ganz privat

Beitragvon kurshuni » 16. Apr 2008 11:24

Der Star des Spielfims Krieg und Frieden: Alessio Boni
Er hat einen Bruder, der Priester ist


„Er ist der Wirbel, ich bin ein Windhauch“ sagt Don Andrea Boni , der Pfarrer in einem Dörfchen ist.

Grone, Bergamo im Oktober
Hier oben in diesem Kirchlein, das inmitten der bergameser Berge liegt, dreht sich Pater Andrea Boni, der Pfarrer, zur sonntäglichen Messe bereit, zu den Gläubigen um.
Er ist ein junger, moderner Priester, mit langen Haaren und Bart.
Mit diesen klaren Augen und seinem Blick ähnhlt er seinem berühmten Verwandten: seinem Bruder Alessio Boni: dem zur Zeit erfolgreichsten Schauspieler.
Seit der 3. Ausgabe von INCANTESIMO von 2000, in der er in der Rolle des Doktor Marco Oberon die Hauptfigur war, hat er eine überwältigende Karriere zurückgelegt. Nun ist er, um seinen Erfolg zu bestätigen, ins Fernsehen zurückgekehrt.
In dem Monumentalfilm: „Krieg und Frieden“ spielt er die Rolle von Prinz Andrej, die im gleichnamigen Film von 1956 von Mel Ferrer besetzt war. Boni genießt den Wirbel der Berühmtheit, der ihn umgiebt.
Lichtjahre entfernt von diesem Wirbel des Erfolges es gibt Jemanden in der Familie, der eine ganz andere radikale Entscheidung getroffen hat.
Don Andrea, der Bruder und Priester in einem lombardischen Dörfchen, mit einem Kirchlein, das nicht mehr als siebzig Gläubige faßt.
Es handelt sich um Grone, auf der Gebirgskette des gleichnamigen Gebirges, aus der sich das Kirchlein Sant’ Antonio erhebt.
Von hier aus, wo sich seine Pfarrstelle befindet, sind es nur 20 km bis Sarnico in der Provinz Bergamo. Hier, in der Heimat der Famile Boni, leben 6000 Einwohner. Hier wurde Alessio geboren und hier wuchs er auf. Alessio, der beschloß, Schauspieler zu werden. Und hier ist auch Andrea geboren und aufgewachsen, der 12 Jahre jüngere Andrea, der den Weg seiner eigenen Berufung eingeschlagen hat.
Die Messe beginnt: Don Andrea Boni ist mit den Ministanten hinter dem Altar. Er liest eine Passage aus dem Lukasevangelium über einen Vergleich von Armut und Reichtum, spricht von den beiden Lebensbedingungen: „Das wichtigste ist, reich an Gott zu sein“
Später, während der Predigt, entfernt er sich vom Altar und läuft predigend zwischen den Gläubigen umher. Er fängt die Aufmerksamkeit aller mit seinem Charisma ein. Nun gibt es also einen Priester-Bruder im Leben des Alessio Boni. Zwei so verschieden Wege, zwei gegensätzliche Geschichten: der eine im Fernsehen, der andere hinter dem Altar. Stark übertrieben könnte man sagen: Der Teufel und das Weihwasser.
Die Messe ist beendet. Don Andrea empfängt mich in der Sakristei, wo er seinen Talar gegen ein paar ausgewaschene Jeans und einen dicken Rollkragenpullover tauscht. Als er sich mir nähert frage ich ihn: „Das ist also der Bruder des Schauspielers?“.
Er fixiert mich mit seinen Auge und bestätigt: „Ja, eigenartig, oder? Ich in der Kirche, er im Fernsehen. Alessio hat beschlossen in diesem Wirbel zu leben, wohingegen ich nur ein „Windhauch“ bin. Als ob er sagen wollte: der Schauspieler ist immer im Mittelpunkt der Berichterstattung, wohingegen er, der Priester, sich mit der Spiritualität in einem Bergdörfchen beschäftigt. Lächelnd fügt Don Andrea hinzu: Aber wir mögen uns und sind einander sehr verbunden.

Jedes mal, wenn Alessio in die Heimat seiner Familie zurückkommt, treffen sie sich alle. Sooft er kann kommt er, um die Messe zu hören, erzählt Don Andrea. Anschließend treffen sich alle bei Marco, dem anderen Bruder, um gemeinsam mit den Verwandten zu essen.
Ich sehe Alessio oft bei Fernsehauftritten. Manchmal passiert es, daß wir miteinander über unsere unterschiedlichen Wege und Ziele sprechen.

Ich würde mich gern mit Ihnen weiter unterhalten, sagt Don Andrea, aber im Grunde kann ich nichts mehr hinzufügen. Ich und Alessio gehen unseren Weg und ermutigen uns gegenseitig, ihn fortzusetzen.
Nun entschuldigen sie mich bitte, ich muß mich um meine Gemeindemitglieder kümmern,
Verabschiedet sich der Priester-Bruder von Alessio Boni und noch später muß ich immer wieder an diesen einen Satz denken, den er mir gesagt hat: Alessio ist der Wirbel, ich bin nur der „Windhauch“.

Aber was hat die zwei Brüder bewegt, in so unterschiedliche Richtungen zu gehen?
Wo ist der Ausgangspunkt dieser Wege?
Um das herauszufinden, wende ich mich an denjenigen, der sie hat aufwachsen sehen: den größten Bruder, der die Schlüsselerlebnisse in ihren Leben miterlebt hat.
Ihn bitte ich zu erzählen, in welcher Art und Weise und wann Alessio und Andrea, die in dieser realen Familie aufwuchsen, diese sehr verschiedenen Wege eingeschlagen haben: den des Schauspielers und des Priesters.

Alles hat in Sarnico angefangen, wo unsere Eltern wohnen, beginnt Marco zu erzählen. Papa, ein ehemaliger Fliesenleger, ist heute in Pension und Mama ist Hausfrau.
Dort sind wir alle drei aufgewachsen: ich, Alessio und Andrea.
Starten wir bei Alessio:
Der zur Zeit beliebteste Schauspieler war seit der Kindheit ungeduldig. Ihm war sein kleines Dorf zu eng. Aber in der Hoffnung, eines Tages seinem Leben eine Wende zu geben, begann er bei unserem Vater als Fliesenleger zu arbeiten. Nebenbei absolvierte er seinen Abschluß an der Abendschule.

Während dieser Zeit hatte Alessio nur einen Traum: sein Leben zu verändern, in eine Großstadt zu gehen und Schauspieler zu werden.
Das Fliesenlegerhandwerk mit dem Vater hat ihn nicht befriedigt.
Ich erinnere mich, so der große Bruder, dass er nach der Arbeit nach Hause kam und unglücklich war. Ich konnte ihm vom Gesicht ablesen, daß er etwas Größeres im Sinn hatte.
Eines Tages traf er die Entscheidung, alles aufzugeben und seinem Leben eine Wende zu geben: er ließ alles hinter sich und versuchte, mit einem Sprung ins Ungewisse, sein Glück in Rom zu finden.
Unser Vater war perplex, erklärt Marco, aber Alessio ließ sich nicht entmutigen. Er nahm seinen klapperigen Panda und brach ohne irgendjemanden zu kennen in Richtung Hauptstadt auf, um dort vorzusprechen.
Um zu überleben hat er fast alles unternommen: er kellnerte, arbeitetete als Express-Zusteller. Einmal rief er mich an und war in sehr schlechter Verfassung, er sagte, daß er im Auto schlafen mußte.
Alessio verließ Sarnico 1988, mit 22 Jahren.
Vier Jahre später war Andrea an der Reihe. Nun 16-jährig traf er für sich die Entscheidung, nach Bergamo ins Priesterseminar zu gehen.
Marco erzählt weiter: Andrea ist, wie Alessio, seinen Weg gegangen. Zum Ende seiner Kindheit hat er wiederholt den Wunsch geäußert, sein Leben für andere zu geben.
Eines Tages verkündete er der Familie, dass er die Berufung von Gott in sich spürt. Ich habe beschlossen, ins Priesterseminar zu gehen, sagte er mit heiterer Miene, bei deren Anblick man wußte, dass er es wahr machen würde.
Meine Mutter wußte es als Erste: Andrea hatte sich ihr schon einige Zeit vorher anvertraut.
Indessen waren Alessio und ich zufrieden mit unserem Bruder, wir wußten, dass es das ist, was er will.
Die Familie Boni unterstützte beide Brüder, auch wenn sie einen Weg einschlugen, der Welten entfernt war von Ihnen und Ihrem täglichen, realen Leben.
In der Tat, fährt Marco fort, wunderte sich unser Vater, der Arbeiter, der abhängig von sicheren und ganz konkreten Werten ist, als Alessio Schauspieler und Andrea Priester werden wollten, aber er verstand und unterstützte sie beide. Das Schönste ist doch, wenn Beide glücklich sind.

Während Alessio also nach Popularität strebte, studierte Andrea, stundenlang über seine Bücher gebeugt, die heilige Schrift, um eines Tages den Talar tragen zu können.
Und heute sie sind sehr vereint in ihren völlig unterschiedlichern Realitäten.
Don Andrea: seit 4 Jahren ein sehr beliebter Priester, Alessio hingegen ein Fernsehstar, der unter den Darstellern von „Krieg und Frieden“ nach dem Meisterwerk von Leo Tolstoi war.
Sooft er kann, kommt er nach Sarnico zur Familie und zu seinem Priester-Bruder. Vor kurzem er brachte seine Verlobte Bianca mit, mit der er seit 3 Jahren zusammen ist. Er hat oft, auch öffentlich, darüber gesprochen, daß er heiraten möchte: den Priester hat er bereits gefunden. Es ist Don Andrea Boni von der Kirche Sant’ Antonio in den Bergen von Bergamo: sein Bruder. Der Bruder, welcher sich als „Windhauch“ bezeichnet.
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Re: Alessio ganz privat

Beitragvon Babs » 16. Apr 2008 11:37

Hallo Kurshuni, vielen dank für die Übersetzung, bin ganz beeindruckt über die Brüder, die so verschieden sind aber sich wie es Brüder halt können achten und lieben. Danke und liebe grüße babs
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Re: Alessio ganz privat

Beitragvon Tinkerbell » 16. Apr 2008 11:53

ein wunderschöner Artikel, vielen Dank kurshuni für die tolle Übersetzung. Es ist schon bemerkenswert wie diese Brüder,jeder für sich, ihren eigenen Weg gegangen sind und dennoch eine tiefe Verbundenheit besteht.
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Re: Alessio ganz privat

Beitragvon kurshuni » 16. Apr 2008 12:13

Hallo Mädels,

ich fand das Interview schon beim ersten lesen sehr ergreifend. Es zeigt viel von der Familie, ohne zu tief ins Detail zu gehen oder sensationslüstern zu sein.
Das Übersetzen macht mir viel Spaß, (wenn ich erst mal dabei bin) also füttert mich mit Beiträgen, ich will diese Sprache irgendwann mal richtig können.

Liebe Grüße,
Sandra
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Re: Alessio ganz privat

Beitragvon AIl0y7 » 16. Apr 2008 13:17

Liebe Sandra

Ganz herzlichen Dank für die tolle Übersetzung. :P :P

Da mein Italienisch doch eher dürftig ist verstehe ich das Meiste nur der Spur nach. Da ist es super, wenn man ab und zu alles 1 zu 1 übersetzt bekommt.

Tante grazie Marianne
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Re: Alessio ganz privat

Beitragvon Sweety » 16. Apr 2008 13:50

Hallo kurshuni!

Daaaaaanke, für diese tolle Übersetzung!!!!!!!!!!

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Re: Alessio ganz privat

Beitragvon darkprincessi » 16. Apr 2008 15:07

Hallo Sandra,
vielen Dank für die tolle Übersetzung. Bei mir scheiterte es dann immer schnell an den Wörtern, und nur ins Buch sehen macht keinen Spaß. Also danke nochmal. Liebe Grüße
Sandra R.
Die Kraft, Berge zu versetzen, liegt in uns selbst.
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Re: Alessio ganz privat

Beitragvon mingi17 » 16. Apr 2008 16:19

Hallo Sandra,

vielen Dank für Deine super Übersetzung. Ich hatte zwar den Artikel in Italienisch gelesen, aber in guter Übersetzung ist es halt doch einfacher und manches erschließt sich mir mangels Kenntnis dann doch nicht so leicht.

LG Birgit
Händeringen hält einen nur davon ab, die Ärmel aufzukrempeln.
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Re: Alessio ganz privat

Beitragvon kurshuni » 16. Apr 2008 16:26

Meine Güte, her mit den Artikeln, soviel Lob und Aufmerksamkeit hab ich ja schon ewig nicht mehr bekommen!!! Das ist aber schööööööööööööööööön!

Liebe Grüße,
Sandra
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