Hintergrundinfos zu Lesungen

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Hintergrundinfos zu Lesungen

Beitragvon mingi17 » 11. Sep 2010 22:04

10.9.2010 Cesare Pavese, Dialoghi con Leucò beim Positano Myth Festival

Cesare Pavese (* 9. September 1908 in Santo Stefano Belbo; † 27. August 1950 in Turin) war ein italienischer Schriftsteller.

Biografie [Bearbeiten]

Seine Kindheit verbrachte Pavese in Santo Stefano Belbo, einem kleinen Dorf der Langhe (Provinz Cuneo). 1914 starb sein Vater an einem Hirntumor.

Cesare Pavese verbrachte den Großteil seiner Jugend in Turin, wo er zunächst am Liceo Massimo d'Azeglio sein Abitur ablegte. Am Liceo begegnete er Augusto Monti, seinem Lehrer und späteren Freund. Durch diese Verbindung gewinnt er früh Kontakte zu antifaschistischen Kreisen und lernt u.a. Leone Ginzburg und Piero Gobetti kennen. 1927 begann er in Turin das Studium der Literaturgeschichte und schloss es 1930 mit einer Promotion über den amerikanischen Dichter Walt Whitman ab. Nach dem Studium begann eine intensive Phase der schriftstellerischen und übersetzerischen Tätigkeit. Er übersetzte Moby Dick von Herman Melville sowie Werke von John Dos Passos, William Faulkner, Sherwood Anderson, Sinclair Lewis, Daniel Defoe, James Joyce und Charles Dickens ins Italienische. Seit 1930 schrieb Pavese Beiträge über amerikanische Literatur für die Zeitschrift La Cultura. 1934 übernimmt er die Stelle von Ginzburg in der Readaktion von La Cultura', da dieser und weitere Mitglieder der antifaschistischen Gruppe Giustizia e libertà verhaftet worden waren.

Von 1928 bis 1935 entstanden die Gedichte, die 1936 unter dem Titel Lavorare stanca erschienen. 1935 wurde er wegen seiner primär ästhetisch motivierten antifaschistischen Haltung verhaftet und für acht Monate nach Brancaleone in Kalabrien verbannt. In dieser Zeit begann er auch mit dem literarisch-existentialistischen Tagebuch Das Handwerk des Lebens (Il mestiere di vivere), das er bis zu seinem Tod fortführte. Seit 1938 arbeitete er in fester Anstellung für das Turiner Verlagshaus Einaudi und übernahm 1943 die Leitung der römischen Filiale des Verlags.

Während des Zweiten Weltkrieges zog er sich mit der Familie seiner Schwester aufs Land zurück. Er schloss mit dem jungen Schriftsteller Italo Calvino Freundschaft und war der erste, der als sein Lektor dessen Werke las. Später bezeichnete der inzwischen berühmte Calvino ihn als "meinen idealen Leser". Nach dem Krieg zog er zunächst nach Serralunga di Cera, später nach Rom, Mailand und schließlich nach Turin. 1945 trat er der kommunistischen Partei Italiens (PCI) bei. Pavese gewann 1950 den Literaturpreis Premio Strega für Der schöne Sommer (La bella estate). In einfühlsamen Erzählungen und Kurzromanen hat er unter anderem die dörfliche Welt Piemonts beschrieben.

In der Nacht vom 27. zum 28. August 1950 nahm sich Cesare Pavese in einem Hotelzimmer in Turin mit Barbituraten das Leben.
Werk [Bearbeiten]

Cesare Pavese blieb zeitlebens dem Schauplatz seiner Kindheit, Santo Stefano Belbo verbunden, was sich in seinem Werk an der Dialektik Kindheit und Erwachsenwerden sowie Land- und Stadtleben nachvollziehen lässt. Diese Motive, sowie der Aspekt, dass sich für Pavese die Heimat als eine angeborene, ursprüngliche Identität darstellt, prägen sein Leben und Werk wesentlich. Im Roman Paesi tuoi (1941), das erste bedeutende Erzählwerk Paveses, wird der für Pavese typische Zusammenstoß von Stadt und Land thematisiert, der bereits in der Gedichtsammlung Lavorare stanca (1936) auftauchte. Kontrastiert wird von ihm das naturnahe Landleben und das in der Stadt, was angsterregend und anstrengend erscheint. Das Ländliche wird dabei mit Symbolen einer archaischen und mythischen Welt ausgestattet. Il diavolo sulle colline veranschaulicht das Stadt- und Landleben anhand dreier Jugendlicher, die in den Milieus und Landschaften Turins erwachsen werden.

Ein weiterer Aspekt seines Werks ist die problematische Beziehungen zu Frauen. Er empfindet die Beziehung zu Frauen und das gemeinsame Leben mit ihnen nach mehreren enttäuschenden Erlebnissen als zunehmend unerträglich und zeichnet diese Empfindung und sein Frauenbild in seinen Erzählungen und Romanen nach. Exemplarisch für die Unmöglichkeit des menschlichen Zusammenlebens steht die Erzählung Viaggio di nozze (Hochzeitsreise). Der Gegenstand der Erzählung liegt auf dem problematischen Verhältnis zwischen einem jungen Ehepaar, da es dem Mann nicht gelingt, sich aus seiner egozentrischen Isolierung einen Weg zu seiner Frau zu bahnen.
Zitat [Bearbeiten]

* Die Liebe ist eine Krise, die Abneigung hinterlässt.[1]

Auszeichnungen [Bearbeiten]

* 1950 Premio Strega

Ausgewählte Werke [Bearbeiten]
Cesare Paveses Unterschrift
Prosa [Bearbeiten]

* Der Kerker (Il carcere, 1938)
* Der schöne Sommer (La bella estate, 1940)
* Unter Bauern (Paesi tuoi, 1941)
* Am Strand (La Spiaggia, 1941)
* Das Haus auf der Höhe (La casa in collina, 1942)
* Feria d'agosto (1945)
* Der Genosse (Il compagno, 1947) [2]
* Gespräche mit Leuko (Dialoghi con Leucò, 1947) [3]
* Der Teufel auf den Hügeln (Il diavolo sulle colline, 1948)
* Die einsamen Frauen (Tra donne sole, 1949)
* Junger Mond (La luna e i falò, 1950)
* Das Handwerk des Lebens (Tagebuch 1935 - 1950; Il mestiere di vivere, 1952)
* Sämtliche Erzählungen (Racconti, 1960)
o Die Wiese der Toten
* Ciau Masino (posthum 1968)
* Andere Tage andere Spiele

Lyrik [Bearbeiten]

* Lavorare stanca (1936)
* La terra e la morte (1947)
* Verrà la morte e avrà i tuoi occhi (1951)
* Hunger nach Einsamkeit - Sämtliche Gedichte

Essays [Bearbeiten]

* Il mestiere del poeta (1934)
* A proposito di certe poesie non ancora scritte (1940)
* Il mito (1950)

Verfilmungen [Bearbeiten]

* 1955 - Die Freundinnen (Le amiche)
* 1960 - Süße Begierde (I dolci inganni)
* 1978 - Fiori d'Autunno
* 1978 - Von der Wolke zum Widerstand (Dalla nuba alla resistenza)
* 2006 - Jene ihre Begegnungen (Quei loro incontri)
http://de.wikipedia.org/wiki/Cesare_Pavese

Zitate von Cesare Pavese:

Wenn ein Leben, das völlig frei wäre von jedem Gefühl für Sünde, realisierbar wäre, so würde es so leer sein, daß man sich davor entsetzte.


Die grausigste Beleidigung, die man einem Menschen zufügen kann, ist die, ihm abzusprechen, daß er leide.


Die Probleme, die die eine Generation erregen, erlöschen für die folgende Generation nicht, weil sie gelöst wären, sondern weil die allgemeine Gleichgültigkeit von ihnen absieht.

Das Geben ist eine Leidenschaft, fast ein Laster. Die Person, der wir geben, wird uns notwendig.

Es ist schön, zu schreiben, weil das die beiden Freuden in sich vereint: allein reden und zu einer Menge reden.

Der Tod ist die Ruhe, aber der Gedanke an den Tod ist der Störer jeglicher Ruhe.

Man muß die Fehler, die man nicht ablegen kann, in Tugenden verwandeln.


Gespräche mit Leuko

Mythen, so verrät es uns Pavese in seinen "Gespräche mit Leuko" einleitenden Sätzen, sind Sammelbecken von Sinnbildern. Greift man auf deren Inventar zurück, so wird es möglich, in einem halben Satz "einen ganzen Organismus der Leidenschaft, des menschlichen Seins, einen ganzen Gedankenkomplex" zu nähren und zu beleben. Genau diesem Prinzip folgt "Gespräche mit Leuko" in seinen 27 Dialogen, die allesamt in der griechischen Mythologie angesiedelt sind. Nur selten finden diese Dialoge zwischen den großen Olympiern statt, meist werden sie zwischen Titanen, Nymphen und Kentauren, aber auch Hirten und Jägern geführt. Jedem Dialog steht eine erläuternde Einleitung voran, die den Leser kurz über die mythologischen Zusammenhänge informiert, denn "Gespräche mit Leuko" erfordert, um es umfassend verstehen zu können, ein profundes Wissen der griechischen Götterwelt. Aber auch wenn man über ein solches nicht verfügt, bleiben die Dialoge keinesfall ohne Aussage. Ganz im Gegenteil.

Wozu aber sollte man sich als Leser in eine so komplexe Phantasiewelt begeben? Ist das nicht alles in einer überschäumenden Maßlosigkeit ersponnen worden? Gewiss, aber gerade darin liegt der Vorteil: Diese Phantasiewelt ist ein Konstrukt, das die Wesen in die Sterblichen und Unsterblichen unterteilt - und indem der Dichter die letztgenannten die ersteren betrachten lässt, hat er sich einen künstlichen Standpunkt geschaffen, von dem aus er das Leben objektiver erklären kann. Es sprechen Thanatos und Eros, es sprechen Herakles und Prometheus, es sprechen Dionysos und Demeter - allein diese Vorankündigungen beschwören in uns, die wir von der abendländischen Kultur geprägt sind, komplexe Vorstellungen und Ahnungen herauf. Es ist ein Verdienst Paveses, dass er uns so an das kulturelle Erbe der antiken Griechen erinnert, denn gleichwohl wir es in Leuko mit Fiktionen zu tun haben, stellen sie doch eine Form des Wissens dar, die es zu bewahren lohnt. In den Dialogen formen auch die Naturerscheinungen höhere Sinnbilder, sind Blumen nicht nur Blumen, sind Steine nicht nur Steine, ist Feuer nicht nur Feuer - alles ist mit tieferen Bedeutungen angereichert. In solcherlei Transformationen hat die literarische Form des Gedichts ihren Ursprung gehabt.

Es erübrigt sich fast, zu erwähnen, dass "Gespräche mit Leuko" nur bescheidenen Erfolg beim literarischen Publikum hatte. Zu wenige Menschen wollen tatsächlich das Leben ergründen, die meisten begnügen sich damit, sich blind hindurchzuschwindeln. Was sollen sie also mit so einem Buch wie Paveses anfangen?

Als es 1947 erschien, wagten sich nur zwei italienische Zeitungen daran, es zu besprechen.

Zwei kleine Anekdoten sollen diese Rezension nun beschließen:

Neben seinen Erfolgen wie "Der Sommer" schickte Pavese noch zwei Tage vor seinem Tod "ein Buch, das keiner liest und das natürlich das einzige ist, das etwas taugt" an den französischen Übersetzer Nino Frank: Gespräche mit Leuko.

Als man Pavese nach seinem Suizid auffand, entdeckte man ein Exemplar des Buches auf seinem Nachttisch. "Ich verzeihe allen, und alle bitte ich um Verzeihung. Ist es gut so? Macht kein Aufhebens davon." hatte er auf seine erste leere Seite geschrieben.

[*] Diese Rezension schrieb: Arne-Wigand Baganz (2005-03-04)

http://www.versalia.de/Rezension.Pavese_Cesare.96.html
Händeringen hält einen nur davon ab, die Ärmel aufzukrempeln.
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Re: Hintergrundinfos zu Lesungen

Beitragvon gaby » 11. Sep 2010 22:57

Liebe Birgit,es ist sehr unteressant
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Re: Hintergrundinfos zu Lesungen

Beitragvon mingi17 » 11. Sep 2010 23:32

Danke Gaby. Ich dachte mir, es ist vielleicht ganz gut zu wissen, was Alessio in den Lesungen macht, daher habe ich ein bisschen was zusammengesucht und werde das auch bei den anderen Lesungen machen, wenn ich was finde.

Liebe Grüße
Birgit
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