Interviews und Infos zu verschiedenen Produktionen

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Alessio in cinema, TV and on stage - Information on his films and plays, his parts, reviews, our comments...

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Interviews und Infos zu verschiedenen Produktionen

Beitragvon Ilka » 29. Feb 2008 18:35

Hallo,

Hier nochmal die Übersetzung zu dem Interview von http://www.ilcibicida.com/alessioboniintervista.htm. Jetzt ordentlich "einsortiert".
Viel Spaß beim Lesen !

Lg Ilka



März 2006: Die Redaktion von “Il Cibicida” ist stolz zu präsentieren die ungekürzte Version des Interviews, welches gegeben wurde von einem der talentiertesten Schauspieler der aktuellen Filmszene von Italien: Alessio Boni.
Der Künstler lässt mit uns die wesentlichen Phasen seiner Karriere Revue passieren, von der aktuellen Zusammenarbeit mit dem Regisseur Michele Soavi zur unvergesslichen Darstellung im Meisterstück von Marco Tullio Giordana „La meglio gioventù“ (Die besten Jahre). Viel Spaß beim Lesen …

Frage: Sprechen wir ein wenig über „Arrivederci amore, cia“ (Eiskalt): Hast Du schon den Roman von Massimo Carlotto gelesen ? Und in diesem Zusammenhang, ist es für einen Schauspieler schwieriger mit einer Figur zu beginnen, welche bereits geachtet „wird“ (Verzeih’ die philosophische Anwandlung !) als eine welche eine Anfangsphase hat innerhalb des Drehbuchs ?

Alessio: Ich kenne diesen Roman von Carlotto nicht, aber andere. Beim Überfliegen des Drehbuchs, diese Figur (Giorgio Pellegrini), ekelte mich an und und verlockte mich gleichzeitig, dann habe ich mit Soavi und vereinbart, dass wir uns kopfüber hineinstürzen. Später sind alle Figuren schwierig und du hast mehrere Elemente zur Verfügung und das ist besser. Aus meiner Sicht ist in einem guten Drehbuch bereits alles drin, du brauchst suchen und extrahieren, wenn man dann noch die Möglichkeit hat auch das Buch zu lesen von dem es handelt, du besitzt zusätzliche Elemente um zu enthüllen die Fassade zu einer Person; dann verändern sie sich auf jeden Fall während du sie, folglich auf dem Papier ist immer erst mal ein Anfang welcher sich auf Zelluloid formen wird.

Frage: Der Regisseur des Films ist Michele Soavi, welchen die Redaktion von „Il Cibicida“ besonders liebt, wie ist es mit ihm zu arbeiten ?

Alessio: Michele Soave ist die Filmkamera in Fleisch und Blut mit einer Besessenheit im Hinblick auf das Projekt welches er realisieren will, der liebt es als ob es wäre sein Sohn und somit der Morgen startet auf dem Set mit der Notwendigkeit und dem Druck einige Fahrten zu machen mit der Kamera weil er sonst nicht entscheiden kann, dies ist nicht reine Formalie zu sich selbst sondern Talent.

Frage: In der Besetzung von „Arrivederci amore, ciao“ gibt es auch Michele Placido … glaubst du dass sein „Kriminalroman“ ist „the other side“ (die andere Seite) von Italien von der „La meglio gioventù“ (Die besten Jahre) erzählte, so wie Giorgio die „Nemesis“ (Anm.: aus griech. Mythologie, der „gerechte Zorn“) von Matteo ist ?

Alessio: „Kriminalroman“ ist ein guter Problemfilm. Er will nicht die andere Seite von „La meglio gioventù“ sein, es war die zeit zu der sie einen Film machen wollten über die Clique von Magliana und Placido, der einen bemerkenswerten Weg genommen hat. Ich dagegen bin Schauspieler, ich versuche immer verschiedene Rollen zu spielen auch durch ausloten von mehr dem menschlichem Thema und so war Matteo ein Teil von „La meglio gioventù“ (Die besten Jahre) und Giogio ist ein Teil von „La peggio gioventù“ („Die schlechtesten Jahre“) das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Frage: Wir haben gesprochen von „La meglio gioventù“, bevor ich dich nach Giordana und Lo Cascio frage, lass mich dir danken für deine außergewöhnliche Darstellung, die ich als vortrefflich bezeichnen würde. Zurück zu deiner Gestalt, Matteo, glaubst du, dass seine extremen Gesten eine Metapher seiner Ideologie sind, oder wenn du es vorziehst, von einem kulturellen Bewusstsein welches in der Zukunft nicht überleben kann ?

Alessio: Matteo besaß einen enormen Lebensschmerz, war außerordentlich intelligent und sensibel umgeben von einer Gesellschaft welche ihn nicht zufrieden stellte, den Grund für seine extremen Gesten kennt nur er und ich glaube das ist richtig so …

Frage: Marco Tullio Giordana und Luigi Lo Cascio, ein Regisseur und ein Schauspieler mit denen du mehrmals gearbeitet hast. Kannst Du uns ein bisschen über sie erzählen ?

Alessio: Gigi kenne ich von der Zeit bei der Akademie, eine gebildete, neugierige, sehr intelligente, talentierte Person und der sich einen Werdegang vollständig allein geschaffen hat (dafür bin ich Zeuge); Marco Tullio Giordana ein großer mutiger Mann und großzügig, das Publikum ist seine Lymphe (Anm.: lat. „Lebenswasser“) und folglich sein Antrieb, sein Ansporn, er denkt ständig daran wie die Botschaft ankommen könnte bei dem Mensch welcher ins Kino geht und es überträgt sich auch auf dich am Set, ist ein feiner Kenner der technischen Mittel und weiß alles … du musst nur lernen und zuhören von so einem Regisseur …


Frage: Ein anderes bedeutendes Kapitel deiner Karriere: „La bestia nel cuore“ …
Hast Du die Gefühlsweise Cristina Comencini gehabt nach der Oscar-Nacht ?

Alessio: Cristina Comencini ist mir noch nicht gelungen zu befragen weil sie zurückgekehrt ist und sich gestürzt hat ins Theater daher mit dem Beweis … ich habe sie vorher gesprochen zu ihrem Film Südafrika, was sie sagte hat mir Angst gemacht, weil es wundervoll war … in der Tat.

Frage: Du hast auch an Fernsehproduktionen teilgenommen. Nach deiner Ansicht, in Italien, die Fernsehserie selbst ist etwas zu sehr standardisiert … ein „Lost“ oder ein „Desperate Housewives“ um nur ein paar Namen zu nennen, sie sind für uns nicht realisierbar aufgrund der Frage des Geldes oder aufgrund der Frage der Zuschauermentalität zu Serie „von einer italienischen Produktion will ich dieses, eine Liebesgeschichte, Untreue, Rückkehr und … ?

Alessio: In Italien ist das Problem der Mix aus deiner Frage, etwas das Budget und etwas damit zu tun hat, dass das Publikum nicht bereit ist für ein gewissen Fernsehen; nach meiner Meinung das Publikum hat mehr Antenne als wir glauben.

Frage: Alessio welches sind deine zukünftigen Projekte ?

Alessio: Ich versuche einzutauchen in Michelangelo Merisi aus Caravaggio, die Filmarbeiten beginnen im April und sie werden in zwei Folgen gezeigt auf Rai 1 unter der Regie von Angelo Longoni.

Frage: Unsererseits wir beschäftigen uns auch mit Musik und wir sind neugierig zu hören welche du im Moment hörst …

Alessio: Die Klassik verlässt mich nie, sie ist immer dabei, und dann hängt es vom Gemütszustand ab, von Jazz über italienische Musik bis zu den legendären Bands der 70er Jahre … eine Freundin hat mich in letzter Zeit befallen mit Dolcenera.

Frage: Letzte rituelle Frage, wenn ich Dir Cibicida sage, woran denkst du ?

Alessio: Ein Insektenmittel (Anm.: der Mann hat echt Humor ;-))



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Re: Interviews und Infos zu verschiedenen Produktionen

Beitragvon honey379 » 2. Mär 2008 13:59

Hallo!

Hier noch eine große Übersicht über existierende Video- und Foto-Clips zu sämtlichen Interviews und Filmen.

Auch von Caravaggio sind einige neue dabei. Aber Vorsicht, in einem wird das Ende verraten, also wer sich die Spannung nicht vorweg nehmen möchte...

http://www.truveo.com/search.php?query=tag%3A%22Alessio%20Boni%22&results=15&page=1&view=basic
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Re: Interviews und Infos zu verschiedenen Produktionen

Beitragvon honey379 » 2. Mär 2008 15:46

Hallo Mädels!

Ich muss euch gleich berichten, was eben passiert ist. Ich hatte gerade einen Anruf von dem Herrn Riemensperger von Roman-Film.de . Ich hatte ihm eine Anfrage geschickt, welche Filme er von Alessio Boni hat oder noch besorgen kann - und da ruft der mich doch glatt an.

Er hat mir eine Liste geschickt mit allen Boni-Filmen die er vertreiben kann. Diese wird er mir nächste Woche ergänzen mit Untertiteln und Preisen. Ich stelle euch die dann hier ein. Er meint, er hätte auch beobachtet, dass in der letzten Zeit sehr viele intalienische Filme über Amazon verkauft würden und jetzt in den letzten Tagen auch viel bei ihm direkt geordert würde.
Cime-Tempestose ist leider ein Film, der nur im TV kam und nicht über DVD erhältlich ist. Gerne wird er aber versuchen, noch weitere Filme ausfindig zu machen. Ihn interessiert, wer wir sind und freut sich, dass es scheinbar langsam eine Entwicklung in Deutschland gibt.

Die italienischen Produktionsfirmen sind immer dran, ihre Filme auf dem deutschen Markt zu verkaufen. Schwer ist es in Deutschland eine Firma zu finden, die diese kauft. Wenn eine Firma mit einem Film mal erfolgreich sein wird, ist die Chance größer, dass ein zweiter Film angekauft würde.

Weiter berichtete er über ein Pärchen, dass jedes Jahr eine Filmreihe mit italienischen Filmen in die deutschen Kinos bringt. Dies sind dann aber kleinere Kinos, wo auch mal Kulturfilme abgespielt würden. Im letzten Jahr war zum Beispiel "La Bestia Nel Cuore" dabei. Er gab mir die Kontaktdaten, ich solle mal anrufen und einen schönen Gruß von ihm sagen, ob nicht Interesse besteht, weitere Filme mit Alessio Boni in eine Filmreihe mit aufzunehmen. Ich werde nächste Woche da mal anrufen. Hauptsächlich sind 2 bis 3 Jahre alte Filme (oder ältere) dort angesagt, da hier die Chance, dass eine deutsche Firma den Film ankauft, sehr gering geworden ist. Die Website lautet cinema-italia.net - leider komm ich da gerade nicht rein. Das Pärchen hat gewisse Kontakte zu italienischen Behörden und zur Regierung. Weiter wurde sie bereits mit einem italienischen Preis ausgezeichnet, da sie sich dafür einsetzt, die italienischen Filme in Deutschland bekannt zu machen.

Soviel erstmal dazu. Vielleicht ist das ja ein guter Ansatzpunkt. Egal wieviele Jahre es dauert, je bekannter Alessio in Deutschland gemacht wird, desto größer die Chance, dass auch deutsche Produktionsfirmen auf des Pferdchens Rücken aufspringen.

Herr Riemensperger war auf jeden Fall mit mir einer Meinung, dass Alessio Boni-Filme "großes Kino" sind und es schade ist, dass diese noch so wenig Bekanntheitsgrad haben.

Grüße honey379
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Re: Interviews und Infos zu verschiedenen Produktionen

Beitragvon mingi17 » 2. Mär 2008 15:49

hallo Honey,

schön, dass er bei Dir reagiert hat, auf meine Mails hatte er bisher nicht geantwortet, denn ich hatte ihn auch wegen noch erhältlicher Filme angeschrieben und konkret nach Stumhöhe gefragt. Aber man sieht, es gibt da doch Wege!

Liebe Grüße

Birgit
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Re: Interviews und Infos zu verschiedenen Produktionen

Beitragvon Ilka » 2. Mär 2008 18:35

Hallo honey !

Das sind ja super tolle Nachrichten !!!!! Jetzt wird mir einiges klar. Habe gleich mal unter dem Link nachgeschaut. Im letzten Jahr war der Zeitraum September bis Dezember in dem die Filme gezeigt wurden. Aber so wie das gesehen habe in vielen deutschen Städten. Da ist sicher für jeden von uns was passendes dabei. Und was soll ich sagen "La bestia ..." wurde 2006 gezeigt. Das muß im Erscheinungsjahr gewesen sein. Also nix von wegen 2-3 Jahr alt. Den Link auf die Seite habe ich mir gleich mal gespeichert.

Lg Ilka
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Re: Interviews und Infos zu verschiedenen Produktionen

Beitragvon mingi17 » 4. Mär 2008 15:13

Cinecorriere
Auf große Nachfrage unserer Leser unser Interview mit Alessio Boni.
Dieses Interview mit A. Boni wurde anlässlich der Vorpremiere im Rahmen des RomaFictionFests am 3.Juli letzten Jahres veröffentlicht

(Ich schenke mir eine halbe Seite, die hauptsächlich Mitwirkende aufzählt)

Boni, Sie sind der führende Schauspieler dieses Festivals, mit zwei Vorpremieren, zwei Kostümfilmen, die in verschiedenen Bereichen angesiedelt sind, im 17. Jh. Italiens und im 19. Jh. Russlands.Wie haben Sie sich auf die verschiedenen Figuren vorbereitet?

Um den C. vorzubereiten habe ich 4 Monate vor dem Start der Dreharbeiten damit verbracht, die Figur zu studieren und vorzubereiten, sowohl vom technischen als auch von künstlerischen Standpunkt her. Ich nahm Unterricht im Fechten des 17. Jh. Bei dem Waffenmeister Musumeci Greco. Der C. war auch ein großer Haudegen und der Degen wurde damals nicht so gebraucht wie wir es heute gewöhnlich in Fechtkämpfen sehen. Was aber den Maler C. angeht, so hatte ich das große Glück, das Restaurierungsatelier von V.Merlini und D. Storti zu besuchen während der Restaurierung einiger seiner Gemälde, ich habe Malstunden genommen beim Maler A. Fortuna, der mich gelehrt hat Farben zu mischen und wie man den Spatel benutzt und ich hatte die künstlerische Oberaufsicht durch einen Spezialisten der Malerei Cs., den Kritiker M. Marini, der mir erklärte, wie ich den „Pinselstrich“ auf der Leinwand Cs. Zu betrachten habe.
Ich habe viel über ihn gelesen, 7 Biographien, und habe dabei besondere Übereinstimmungen entdeckt: C. hat die Provinz Bergamo mit 21 Jahren verlassen um nach Rom zu gehen und zu arbeiten. Ich habe die Provinz Bergamo mit 21 Jahren verlassen, um nach Rom zu kommen und an der Akademie zu studieren. Mein Bruder Andrea ist Priester, auch C. hatte einen Bruder, der Priester war. Und weiter, C. starb mit 39, ich drehte die Szene mit seinem Tod mit 39, auch war der erste, der ein Bild Cs. Bestellte, Orazio Costa, mein Schauspiellehrer hieß Orazio Costa. Und, wie er, wurde ich wegen meines Akzents gehänselt, als ich nach Rom kam. Zufall? Ich weiß es nicht, aber es hat mir geholfen, besser in die Rolle zu schlüpfen.

Ein Malergenie wie C., ein unruhiger, rauflustiger Mann, welche Auzwirkungen hat das gehabt?
Es war das ständige Gefühl, einen Mann darzustellen, der in seinem Leben seine Ideale verfolgt hat, der lebte, wie er wollte, der über den Rahmen der Epoche hinausging, der in der Malerei auch die Regelen, die er nicht fühlte, verdrehte, mit einer persönlichen Vision des Lebens, das er verteidigt, allen päpstlichen Konventionen zum Trotz, und mit seiner eigenen Auffassung der Malerei der Auflösung/des Bruchs.

Aber um Prinz Andrej in KUF zu sein, welche Wege haben Sie da beschritten?

Da hatte ich Glück, weil ich schon immer eine innige Liebe für die russischen Autoren hatte, von Tolstoi zu Dostojewski, Puschkin, Pasternak. Ich habe den Roman, den ich gelesen hatte, wieder gelesen um die Passagen im wundervollen Drehbuch, geschrieben von Medioli, wiederzufinden. Was die physische Arbeit angeht, ist , nachdem man das überschäumende Temperament des C. dargestellt hat, wie eine Herunterbremsen der Gefühle. Ich musste eine gegenteilige Arbeit machen. Ich bin übergegangen zur starren, strengen Haltung des Prinz Andrej.
Das Temperametn wird auch durch das Klima abgekühlt. Abgehen von der Kälte, die mich natürlich in den Bewegungen steif werden ließ, hat mir geholfen, mich an den Kurs der Polizei, den ich in Mailand gemacht hatte, zu erinnern. Womit ich arbeitete ist das Konzept von Disziplin kombiniert mit Kälte, mit dem Willen, alles unter Kontrolle zu behalten.

Mit einem schrecklichen Vater wie Fürst Bolkonsky (M. McDowell) kann Andrej nur so sein, ein wenig, um nicht unter seinen Rang zu kommen, ein wenig um sich zu verteidigen. Streng zu sein klebt ihm am Leib wie eine Rüstung, die vor Gefühlen schützt.
Mir hat auch die Regie von R. Dornhelm geholfen, der das russische Volk sehr gut kennt, mit ihm haben wir die Bewegungen im Starrsinn studiert.
Ich war auch in der Eremitage (riesiges Museum in St.Petersburg, Anm. d. Übers.), wo ich die Gemälde und Ikonen bewundert und genau die Charaktere, die in den Bildern dargestellt werden, beobachtet habe, um „besser die Luft jener Epoche atmen“ zu können. Außder der Vorbereitung im kulturellen Bereich habe ich Gefühle, Empfindungen angehäuft und daraus steigen die Vorstellungen empor, die immer emporsteigen müssen, am Ende muss alles übersteigen und übergehen. Nur so kommt die Figur.

Ein Aristokrat und ein Plebejer, zwei verschiedene Rollen, haben Sie etwas Gemeinsames in den beiden Männern gefunden?
Sicher das Gefühl, das einerseits von C. durch seine Bilder freigesetzt wird, oder indem er sich lärmend duelliert, andererseits bei Andrej verborgen ist, der es in seinem Inneren versteckt hält, dann aber langsam enthüllt, den Gesetzen des Herzens gehorchend. Er zieht in den Krieg aus Liebe zum Vaterland, aber er hat nichts gegen die Franzosen, die auf dem Schlachtfeld sind. Er kann nicht hassen. Im Krieg könnte er seinen Rang ausnützen, statt dessen entscheidet er sich, die Gefahren mit seinen Männern zu teilen mit einem großen Sinn für Gerechtigkeit.

Und gibt es in den beiden Figuren etwas, in dem Sie sich wiedererkennen?

Bei C., von der geographischen Herkunft abgesehen, finde ich mich in der Hartnäckigkeit, mit der er ein Ziel bis zum Ende verfolgt, wieder. Mit Prinz Andrej hingegen teile ich den Gerechtigkeitssinn.
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Re: Interviews und Infos zu verschiedenen Produktionen

Beitragvon Babs » 4. Mär 2008 15:20

Hallo Birgit, vielen Dank für die tolle Übersetzung des Interviews, rundet mein persönliches Bild von Herrn Boni weiter ab, grüße aus dem grauen, kalten Rheinland ins Bayernland grüße Babs
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Re: Interviews und Infos zu verschiedenen Produktionen

Beitragvon Lucie » 4. Mär 2008 15:41

Oh wie schön, danke für die Übersetzung. Ich find es Klasse, wie er sich auf die Rollen vorbereitet und sie dann verkörpert. Habe übrigens auch eine Gemeinsamkeit mit Alessio. Ich liebe auch russische Schriftsteller, Tolstoi und Pasternak. Vor allen Dingen liebe ich russische Krimiautorinnen: Daschkowa, Marinina, Platowa. Um an Bücher von diesen Damen zu kommen entwickel ich fast soviel Ehrgeiz, wie mit Filme von Alessio.

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Re: Interviews und Infos zu verschiedenen Produktionen

Beitragvon Ilka » 6. Mär 2008 21:21

Hallo Birgit, vielen Dank für die tolle Übersetzung ! Klingt sehr "kniffelig zu übersetzen" was A. da so an einigen Stellen gesagt hat. Super !
Lg Ilka
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Re: Interviews und Infos zu verschiedenen Produktionen

Beitragvon Ilka » 10. Mär 2008 23:07

Hallo Ihr Lieben,

Hier die Übersetzung von einem Interview zu "Incantesimo". Ist schon etwas älteren Datums.

http://www.divertimento.it/articoli/2001/04/12/95263.php

Der Zauberer

Francesca Camerino

incantatore.jpg
incantatore.jpg (22.36 KiB) 1130-mal betrachtet


Alessio erklärt ruhig: „Ich bin zufrieden mit der Erfahrung von ‚Incantesimo’ wenn ich daran denke dass ein Schauspieler sich zwischen verschiedenen Feldern bewegen soll wie das Kino, das Fernsehen, das Theater und nicht zu lange in derselben Rolle verbleiben soll.“

(12/04/2001) Faszinierend und mit gesetzter Stimme, Verdienst der Vergangenheit an der Akademie für dramatische Kunst Silvio D’Amico, der dreißigjährige Alessio Boni hat eine große Leidenschaft für das Theater welches er als erste Liebe betrachtet. Nach zahlreichen Rollen am Theater landet er 1996 im Fernsehen. Häufig Darsteller von positiven Figuren, Verdienst des reinen Gesichts eines jungen Mannes, gelangt er zur Rolle des Hauptdarstellers bei „Incantesimo“. Wir sind bei der vierten Folge des Spielfilms und obwohl er aussteigen wird aus der Besetzung geht der Zauber für seine Fans weiter.

Die Anhänger von Alessio leiden aber der Ausstieg aus dem Film wird endgültig sein ?

A.B.: „Ihr wißt es jetzt, aber mein Ausstieg und der von Valentina Chico aus der Besetzung ist lange geplant. Schon als ich unterschieben habe befürchtete ich, dass die Figur mir am Leib haften bleibt. Eine positive Sache ist, dass ich mich gut herausgefunden habe beim Schauspielern mit Valentina.“

Wir bemerken eine große Harmonie zwischen Ihnen beiden …

A.B.: „Es ist selten zu finden ein Gefühl wie jenes geboren zwischen mir und Valentina“.

Somit eine unvergessene Erfahrung …

A.B.: „Ich bin zufrieden mit der Erfahrung von ‚Incantesimo’ wenn ich daran denke dass ein Schauspieler sich zwischen verschiedenen Feldern bewegen soll wie das Kino, das Fernsehen, das Theater und nicht zu lange in derselben Rolle verbleiben soll. Ich sage immer dass ich in meinem Leben zwei Jahre beim Militär gedient habe, eins bei der Polizei und eins bei ‚Incantesimo’“ (lacht)

Wie verbringt der Darsteller einer TV-Serie den Tag ?

A.B.: „Mein Arbeitstag beginnt früh. Man kommt und holt mich ab um 7.00 und bringt mich zum Set um 8.00. Zehn Stunden Arbeit plus eine Stunde Pause ohne berechnen der Fahrt, das Schminken und das ganze Übrige. In Summe hast Du acht, neun Szenen pro Tag. Obwohl ich eine große Leidenschaft für die Schauspielerei habe, kann ich mich jetzt an keine Rolle erinnern, die ich zum Darstellen in solch einer Art studieren musste dass sie Teil von mir selbst geworden ist, andernfalls ist es kein schauspielern sondern nur Luft holen mit dem Mund. Am Freitag übergeben sie dir das Programm für die ganze Woche. Am Sonnabend und am Sonntag studierst du ein, der darauffolgenden Sonnabend ist oft der Synchronisation vorbehalten und am Sonntag … schläfst du den ganzen Tag.“

Ist es auszuhalten wenn überhaupt keine Zeit für Privatleben vorbehalten ist?

A.B.: „Na ja, warum bedeutet, man versucht sich einen Film im Kino anzusehen, einschlafen im Sessel beim ersten Laufen der Bilder. Es gibt weder Zeit noch Raum für deine Hobbys, nicht einmal Zeit um in eine Ausstellung zu gehen. Es beschämt mich zu sagen, dass ich nur zwei Bücher gelesen habe im Jahr von „Incantesimo“. Das war ein echtes eigenes Fließband.“

Es folgt …
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