Sinestesia

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Re: Sinestesia

Beitragvon mingi17 » 27. Jan 2010 10:11

Vierfältigkeit
Der Verheiratete: Alan (Alessio Boni)
Der Verheiratete: Alan (Alessio Boni)
Die Affäre: Michela (Melanie Winiger) Bilder: PD
Die Affäre: Michela (Melanie Winiger) Bilder: PD

"Sinestesia" von Erik Bernasconi
"Sinestesia" ist eine Tessiner Produktion, die vier Filmgenres vereint und ein Wechselbad der Gefühle auf die Leinwand zaubert. Ein Motorradunfall bringt einiges durcheinander.

Elia Blülle

"Sinestesia" begleitet vier junge Erwachsene in tragischen Phasen ihres Lebens. Die zentrale Figur ist Alan, um ihn herum sind seine Geliebte Michela, seine Frau Françoise und sein treuer Freund Igor. Durch einen unheilvollen Motorradunfall geraten sie in eine verstrickte Geschichte und in ein Auf und Ab der Gefühle.



Das Werk ist in vier Kapitel unterteilt. Jedes wird aus der Sicht einer anderen Person gezeigt und in einem anderen Genre: Komödie, Drama, Thriller und Romanze. Dadurch soll vermittelt werden, wie viele unterschiedliche Facetten das Leben beinhaltet. Untermalt wird der Film mit der einzigartig romantischen, zugleich aber auch beklemmenden Tessiner Umgebung.



Tessiner Erstlingswerk

Das Erstlingswerk des Tessiner Regisseurs Erik Bernasconi ist durchaus gelungen. "Sinestesia" reisst ab der ersten Minute das Publikum mit und die Spannung hält bis zum Schluss. Trotz zwischenzeitlich humorvollen Szenen wirkt der Film als Ganzes schwer und bedrückend. Somit widerspiegelt der Film zwar die Realität des Lebens, das frische Element jedoch fehlt.



"Sinestesia" überzeugt vor allem mit tiefgründigen Bildern und hervorragender Schauspielkunst, die den Tessiner Charme unverfälscht auf die Leinwand bringen. Die Schweizer Filmgrösse Leonardo Nigro ragt mit der Rolle des verspielten Igors heraus, auch Alessio Boni und Giorgia Wurth glänzen als Alan und Françoise. Melanie Winiger kann dagegen nicht gänzlich überzeugen: Die sonst so gefühlsbetonte Ex-Miss Schweiz wirkt als Geliebte zu künstlich und fehl am Platz.

http://www.tink.ch/schweiz/new/article/ ... be-lang-1/
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Re: Sinestesia

Beitragvon ritaml » 27. Jan 2010 16:21

Grosse Premiere und ein Bundesrat in Solothurn
Mit publikumsträchigen Spielfilm-Premieren bestreiten die Solothurner Filmtage das Festivalwochenende. Am Freitag wurde der Tessiner Film "Sinestesia" von Erik Bernasconi in der Reithalle aufgeführt.

Die Ankündigung liess eine Seifenoper befürchten; tatsächlich aber ist Bernasconi ein durchaus spannender, variantenreicher Genre-Mix aus Mystery, Komödie und Tragödie gelungen.
"Sinestesia" ist auch mehr als ein blosses Star-Vehikel für Melanie Winiger.

Im Zentrum steht Alan (Alessio Boni), der auf einer Ausfahrt mit seiner Geliebten (Winiger) verunglückt. Etliche Monate später wird Alans Frau (Giorgia Wurth) von einem seltsamen Fremden verfolgt. Und sein Freund Igor (Leonardo Nigro) hat mehrere Geheimnisse. Der Film ist für den "Prix du Public" nominiert (heute Abend).
http://www.suedostschweiz.ch/newsticker
vom 23.Januar 2010
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Re: Sinestesia

Beitragvon mingi17 » 27. Jan 2010 18:51

Ehebruch und Strafe

Erik Bernasconi erzählt in seiner ersten Regie-Arbeit von den Schicksalsschlägen, die über vier junge Erwachsene hereinbrechen. Dazu reizt der Tessiner die landschaftlichen Schönheiten seines Heimatkantons geschickt aus, beweist aber auch einen beachtlichen Mut zum existenziellen Drama. Da stört auch die Präsenz von Melanie Winiger in einer der Hauptrollen nicht zu sehr.


Alan (Alessio Boni) ist mit Francoise (Giorgia Wurth) verheiratet, doch er betrügt sie mit Michaela (Melanie Winiger). Dafür folgt die Strafe auf dem Fuss, denn die beiden verunglücken mit dem Motorrad in den Tessiner Bergen, eine Art Teufelsgestalt hat den Unfall verursacht. Sie überleben, Michaela ist nur mittelschwer verletzt, während Alan fortan im Rollstuhl lebt. Francoise verzeiht Alan die Untreue und schafft es, ihren Gatten dauerhaft von der Geliebten fernzuhalten. Schliesslich gibt es noch Igor (Leonardo Nigro), Alans besten Freund; er beginnt einige Zeit nach Alans Unfall mit Michaela anzubändeln.

Erzählt wird dieses Drama - dessen Titel sich die Fähigkeit zur Wahrnehmung mit allen Sinnen bezeichnet - auf zwei Zeitebenen und in vier Episoden, die mit den Namen der Protagonisten betitelt sind. Das ist so ambitioniert wie anfänglich etwas reisserisch; bereits nach drei Minuten liegt Alessio Boni mit Melanie Winiger im Gras und darf der Ex-Miss kurz die Brüste kneten. Bereits wenige Minuten später fliegen die beiden im hohen Bogen vom Motorrad. Nach dieser Exposition sind die Erwartungen für die erst jetzt beginnende Tragödie schon etwas reduziert, doch man wird angenehm überrascht.

Das Spielfilmdebüt des Tessiners darf sich ruhig sehen lassen. Daran ändert auch die eher bescheidene schauspielerische Leistung Melanie Winigers nichts. Wenn sie Igor etwa eröffnet, sie «studiere jetzt Psychologie in Barcelona», nimmt man ihr das so wenig ab wie jene Szenen, in der sie sich nach der Entlassung aus dem Spital verzweifelt bemüht, mit Alan in Kontakt zu treten. Doch solche Momente purer Behauptung werden wett gemacht durch die überragende Präsenz des mit beachtlicher Leibesfülle glänzenden Leonardo Nigro, der hier zweifellos eine der besten Rollen seiner Karriere spielt. Reizvoll umgesetzt ist ausserdem die Idee, die verschiedenen Kapitel als unterschiedliche Genres zu gestalten. So gibt sich «Sinestesia» mal als Thriller mit Horrorelementen, dann als romantische Komödie, wird zum Melodrama und schliesslich ein Drama.

Das wirkt zwar manchmal etwas unausgegoren, und der Wille, die zirkuläre Erzählstruktur unbedingt einzuhalten, führt gelegentlich zu etwas vorhersehbaren Wendungen. Doch das sieht man diesem ambitionierten Debüt dank durchgehaltener Spannung gerne nach. [Geri Krebs]

http://www.cineman.de/movie/review.php? ... inestesia/

Klingt gut und spannend, hoffentlich kriegen wir den bald zu sehen. Liebe Mädels in der Schweiz, habt bitte ein wachsames Auge!!!
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Re: Sinestesia

Beitragvon mingi17 » 30. Jan 2010 09:57

SABATO 30 GENNAIO 2010
ore 8:54
"Sinestesia" candidato al Quartz 2010
Venerdì 29 Gennaio 2010
Il film «Sinestesia», opera prima di Erik Bernasconi è in corsa con tre nomination al «Quartz 2010», Premio del Cinema Svizzero
Il film proiettato durante le giornate del Cinema Svizzero di Soletta oltre ad aver registrato un grandissimo afflusso di pubblico (sold out) torna a casa con tre nomination:
Nomination come miglior interprete femminile per la ticinese Melanie Winiger
Nomination come miglior interprete emergente per la italo-svizzera Giorgia Wurth.
Nomination come miglior sceneggiatura per il regista Erik Bernasconi
(con la supervisione di Roan Johnson)
Per la prima volta un film ticinese, è in gara con tre nomination al rinomato «Quartz» -oscar del cinema svizzero.
Una grande soddisfazione per la casa di produzione ,Imagofilm Lugano, del produttore e regista Villi Hermann, già nella rosa dei nominati nel 1999 con il film «Tamaro. Pietre e Angeli».
Grande soddisfazione anche per le direttrici casting: Michela Pini e Amel Soudani (Cinédokké) e Roberta Corrirossi.
Sinestesia racconta in tono agrodolce due momenti della vita di quattro giovani adulti confrontati con le prove del destino.
Alan, sua moglie Françoise (Giorgia Wurth), la sua amante Michela (Melanie Winiger), il suo migliore amico Igor(Leonardo Nigro), vivono le sfaccettature del quotidiano dopo un incidente che costringe Alan (Alessio Boni) su una sedia a rotelle.
La trama del film prende spunto da episodi realmente accaduti.
La narrazione si frantuma e segue una struttura circolare, a capitoli, che dissemina le varie prospettive da cui si possono osservare le emozioni dei personaggi, con toni comici e drammatici.
Sinestesia è un film che parla di destino, di amore e di amicizia, di tradimenti, dei tanti modi di affrontare la disabilità e del bisogno che tutti hanno di essere curati. È una storia che gioca con la percezione del tempo e che riflette sulle diverse ottiche che possono assumere i punti di vista.
Il film sarà presto programmato nelle sale della Svizzera Italiana.

SINESTESIA di Erik Bernasconi
Direttore della fotografia Pietro Zuercher
colonna sonora composta da Zeno Gabaglio e Christian Gilardi
con Alessio Boni - Giorgia Wurth - Melanie Winiger - Leonardo Nigro e con Teco Celio
Durata 91 min, 35mm, colore, Dolby Digital, 2010, V.O. Italiano, sottotitoli D/F
Produzione Imago Film Lugano
http://www.cinemadelsilenzio.it/index.p ... s&id=12767
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Re: Sinestesia

Beitragvon mingi17 » 30. Jan 2010 13:01

«Sinestesia» 19.01.2010 10:39
Von der Kapellgasse auf die grosse Leinwand
x

Bild


Vorschau Hauptdarsteller Leonardo Nigro und Alessio Boni (im Rollstuhl) beim Dreh in der Luzerner Altstadt. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)
Mehr zum Thema

Mehr Informationen zum Film
An den Solothurner Filmtagen wird unter anderem der Film «Sinestesia» gezeigt. Einige Szenen des Kinostreifens spielen in der Luzerner Altstadt.

«Sinestesia» feiert in Solothurn Premiere und ist – neben 12 weiteren Kandidaten – für den mit 20'000 Franken dotierten Publikumspreis «Prix du Public» nominiert. Der Film der Produktionsfirma Imagofilm aus Lugano soll im Sommer/Herbst in die Kinos kommen und später auch im Fernsehen ausgestrahlt werden.

Im vergangenen Juni hat das Team um Produzent Villi Hermann und Regisseur Erik Bernasconi für Dreharbeiten auch in Luzern Halt gemacht; der Film spielt aber hauptsächlich im Tessin.

Leonardo Nigro und Alessio Boni sind die Hauptdarsteller von «Sinestesia», dessen Produktion 1,5 Millionen Franken zu Buche schlug. Sie spielen zwei Freunde, wovon einer nach einem schweren Unfall im Rollstuhl landet. «Die Freunde versuchen, normal weiterzuleben», so Leonardo Nigro, der eigens für diese Rolle acht Kilogramm zunehmen musste. Nigro ist dem Publikum bekannt durch seine Rollen bei der Serie «Tag und Nacht» und im Kinofilm «Grounding». Ausserdem im Film zu sehen sein wird Melanie Winiger.

scd/red
http://www.zisch.ch/navigation/top_main ... OID=330091
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Re: Sinestesia

Beitragvon ritaml » 1. Feb 2010 00:02

Leistungsschau des Schweizer Filmschaffens
Ein Festivalbericht von Thomas Rothschild

"Sinestesia": Virtuoses Spielfilmdebüt
Nun muss ein Film nicht unbedingt politisch sein. Ivo Kummers Vorbehalt ist nicht als Dogma zu verstehen, sondern muss sich am eigenen Anspruch bewähren. Die Filmgeschichte als Geschichte einer Kunstform ist nicht zuletzt vom Genrefilm geprägt, dessen Qualität sich an der Professionalität der Machart und an der Originalität bemisst, mit der ein vorgegebenes Schema ausgefüllt wird. Mit Sinestesia hat Erik Bernasconi einen ganz erstaunlichen Publikumsfilm vorgelegt. Die Geschichte eines Unfalls und seiner Folgen wird, nicht ganz neu, aus der Perspektive von vier verschiedenen Beteiligten gezeigt. Die Chronologie ist durchbrochen, nach und nach vervollständigt sich das Bild vom Geschehen. Das ist virtuos inszeniert, die Schauspielerführung und das Tempo lassen nicht vermuten, dass dies das Spielfilmdebüt des Regisseurs und Drehbuchautors ist.

http://titel-magazin.de/artikel17
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Re: Sinestesia

Beitragvon mingi17 » 3. Feb 2010 09:18

Kultur
- 28.01.2008
Vierfältigkeit
Der Verheiratete: Alan (Alessio Boni)
Der Verheiratete: Alan (Alessio Boni)
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"Sinestesia" von Erik Bernasconi
"Sinestesia" ist eine Tessiner Produktion, die vier Filmgenres vereint und ein Wechselbad der Gefühle auf die Leinwand zaubert. Ein Motorradunfall bringt einiges durcheinander.

Elia Blülle

"Sinestesia" begleitet vier junge Erwachsene in tragischen Phasen ihres Lebens. Die zentrale Figur ist Alan, um ihn herum sind seine Geliebte Michela, seine Frau Françoise und sein treuer Freund Igor. Durch einen unheilvollen Motorradunfall geraten sie in eine verstrickte Geschichte und in ein Auf und Ab der Gefühle.



Das Werk ist in vier Kapitel unterteilt. Jedes wird aus der Sicht einer anderen Person gezeigt und in einem anderen Genre: Komödie, Drama, Thriller und Romanze. Dadurch soll vermittelt werden, wie viele unterschiedliche Facetten das Leben beinhaltet. Untermalt wird der Film mit der einzigartig romantischen, zugleich aber auch beklemmenden Tessiner Umgebung.



Tessiner Erstlingswerk

Das Erstlingswerk des Tessiner Regisseurs Erik Bernasconi ist durchaus gelungen. "Sinestesia" reisst ab der ersten Minute das Publikum mit und die Spannung hält bis zum Schluss. Trotz zwischenzeitlich humorvollen Szenen wirkt der Film als Ganzes schwer und bedrückend. Somit widerspiegelt der Film zwar die Realität des Lebens, das frische Element jedoch fehlt.



"Sinestesia" überzeugt vor allem mit tiefgründigen Bildern und hervorragender Schauspielkunst, die den Tessiner Charme unverfälscht auf die Leinwand bringen. Die Schweizer Filmgrösse Leonardo Nigro ragt mit der Rolle des verspielten Igors heraus, auch Alessio Boni und Giorgia Wurth glänzen als Alan und Françoise. Melanie Winiger kann dagegen nicht gänzlich überzeugen: Die sonst so gefühlsbetonte Ex-Miss Schweiz wirkt als Geliebte zu künstlich und fehl am Platz

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Re: Sinestesia

Beitragvon mingi17 » 4. Feb 2010 21:04

Der Tessiner Erik Bernasconi erzählt in seinem Spielfilmdebüt von vier miteinander verknüpften Schicksalen. Dass er zwischen seinen einzelnen Kapiteln das Genre wechselt, ist ein schönes Experiment, wirkt gesamthaft betrachtet aber etwas unausgegoren.

Alan (Alessio Boni) ist zwar mit Françoise (Giorgia Wurth) verheiratet, geht aber lieber mit Michela (Melanie Winiger) auf Spritztour. Auf einem gemeinsamen Motorradtrip verunglücken die beiden Liebhaber in den Tessiner Bergen. Michela zieht sich nur mittelschwere Verletzungen zu, doch Alan ist fortan hüftabwärts gelähmt. Françoise nimmt den Unfall als Anlass, ihren Mann intensiv zu pflegen – und von seiner Geliebten fernzuhalten. Bei Laune gehalten wird der Paraplegiker aber eher von seinem besten Freund Igor (Leonardo Nigro); dieser beginnt einige Jahre später dann mit Michela anzubändeln.

Sinnvermengung
“Sinestesia” bzw. Synäsethesie bezeichnet das Phänomen, getrennte Sinnbereiche gekoppelt wahrzunehmen – z.B. Gehöreindrücke zu sehen, oder, wie im Fall von Michela, Geräusche und Gerüche mit Farben in Verbindung zu bringen. Leider ist das Spielfilmdebüt des Tessiners Erik Bernasconi weder sinnlich, noch findet es formal eine Entsprechung zu seinem Filmtitel. Michela ist Synästhetikerin (wie nicht wenige Menschen heutzutage), aber damit haben sich die Bezüge schon erschöpft. Die jeweiligen Episoden des Films vermitteln zwar unterschiedliche Eindrücke, der Wechsel zwischen den verschiedenen Genres findet aber seriell – d.h. eben nicht parallel – statt. Dieser Umstand bezeugt, dass Bernasconis filmisches Experiment doch eben nur eine Spielerei ist.

Genresprünge
Das ist also nicht ganz durchdacht, streckenweise aber trotzdem spannend mitanzuschauen. Bernasconi zergliedert “Sinestesia” in vier Kapitel (plus Prolog und Epilog), die die Geschichten der vier Protagonisten auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählen. Françoises Kapitel ist ein Thriller mit Horrorelementen, Igors eine romantische Komödie, Michelas ein Drama und Alans schliesslich eine Tragödie. Die Bandbreite an Emotionen, die vor diesem breiten Hintergrund gemalt werden kann, wird höchstens durch Melanie Winigers limitiertes Schauspiel behindert. Dass Michela nach dem Unfall in Barcelona einen Neuanfang wagt und Psychologie studiert, kauft man Winiger ebensowenig ab wie das verzweifelte Bestreben ihrer Filmfigur, in Alans Spitalzimmer zu gelangen.

Konzeptregime
Umso überzeugender sind die anderen Darsteller: Alessio Boni als gebrochener Mann, der sich über seinen Willen zum Vatersein im Unklaren ist, Leonardo Nigro als von Grund auf sympatischer Buddy, Giorgia Wurth als Ehefrau mit ausgestreckten Krallen. Schade nur, dass die Situationen, in die Bernasconi ihre Figuren steckt, immer wieder allzu offensichtlich konstruiert wirken – als müssten sie um jeden Preis dem darüberliegenden Konzept der Genrewechsel unterjocht werden. So treibt die Romanze zwischen Igor und Michela die Handlung nicht wirklich voran, und so verkommt der Mann mit dem Leberfleck im Gesicht, der den Hintergrund aller Episoden durchzieht, zur leeren Chiffre für ein unantastbares Böse. “Sinestesia” ist zwar ansprechend in Szene gesetzt, fällt konzeptuell aber weitgehend auseinander.

Infos:
“Sinestesia”, CH 2010, R: Erik Bernasconi, D: Alessio Boni, Leonardo Nigro, Melanie Winiger, Giorgia Wurth, Eva Allenbach, Federico Caprara, Teco Celio, Bindu De Stoppani, Roberta Fossile, Igor Horvat.

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, Januar 27th, 2010 um 12:52 gepostet und ist in der Kategorie Filmfestivals, Rezensionen abgelegt. Alle Antworten zu diesem Beitrag können mittels RSS 2.0 Feed verfolgt werden. Du kannst einen Kommentar oder ein Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen.

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Re: Sinestesia

Beitragvon Sweety » 8. Feb 2010 00:09

"Wir sind auf Erden, um das Glück zu suchen, nicht um es zu finden." - Sidonie-Gabrielle Colette
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Re: Sinestesia

Beitragvon mingi17 » 19. Feb 2010 17:18

http://www.youtube.com/watch?v=uz2jn5Sck-c

Hier ein zweiter Trailer. Hoffentlich kriegen wir den Film zu sehen, schaut sehr interessant aus.
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