Nicola

Als Kauf-DVD im Handel erhältlich. O-Ton italienisch, Untertitel deutsch.

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Nicola

Beitragvon honey379 » 9. Feb 2008 22:27

Um mal zu unserem Hauptdarsteller zu kommen. Die Rolle des Nicola wird von Luigi Lo Cascio 101% überzeugend und phantastisch gespielt.

Ein junger Mann der sich nach seinem Schulabschluss aufmacht, um das Leben und die weite Welt zu entdecken. Aber seine Familie verliert er dabei nicht aus den Augen. Er hält sich immer auf dem laufenden, ist interessiert, was in seiner Familie vor sich geht - und beginnt ein ganz normales eigenes Familienleben mit seiner Freundin und seiner Tochter.

Wie viel Vorwurf darf man einem Mann, einem Bruder machen, dessen Herzblut an seinem Beruf hängt, der immer aktuell Kontakt mit seiner Familie hält, der dabei aber übersieht, dass sein über alles geliebter Bruder von seiner Bahn abkommt? Der nicht versteht, dass Matteo Hilfe der ganz besonderen Art benötigt, auch wenn sein Leben augenscheinlich normal verläuft?! Der nicht versteht, dass der jüngere Bruder nicht die innere Kraft besitzt, seinem Leben mit Mut und Stärke und Liebe zu begegnen?

Grüße honey
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Re: Nicola

Beitragvon mingi17 » 9. Feb 2008 23:07

Leider ist es oft gerade so, dass man auch oder gerade als Fachmann/-frau oft für die Bedürfnisse für Hilfe in der eigenen Familie blind wird. Und Matteo macht es ihm ja auch nicht gerade einfach. Er öffnet sich nicht, ist eigentlich kontaktunfähig, man sieht es ja auch an seiner Beziehungsunfähigkeit was Frauen betrifft. Nicola geht seinen normalen Weg, Matteo scheitert, ein Schicksal, das er mit vielen Hochbegabten teilt, auch deshalb, weil diese von den anderen oft nicht verstanden werden.
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Re: Nicola

Beitragvon honey379 » 9. Feb 2008 23:21

Mag sein, da hast du Recht. Aber bei Nico scheint es nur der Bruder zu sein, dessen Leben er nicht "mitbekommt". Denn alle anderen aus der Familie, außer vielleicht noch die ältere Schwester, teilen mit ihm ihr Leben. Er weiß eigentlich alles, ob es Ängste, Sorgen oder Freuden sind. Ich glaube er hat nicht grundsätzlich Schwierigkeiten, Probleme zu erkennen, sondern diese beim Schopf zu packen und aus der Welt zu schaffen.
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Re: Nicola

Beitragvon mingi17 » 9. Feb 2008 23:25

Ich denke, er kann gar nicht so viel mitbekommen, weil sich Matteo dem allen entzieht. Räumlich, er ist nie an dem Ort, wo sein Bruder bzw. seine Familie ist, geistig, er ist nicht zugänglich, öffnet sich nicht, hat ja auch spätestens ab der Zeit, als er zur Polizei geht, offensichtlich keine Freunde mehr und die alten Freunde wie Carlo meidet er. Das typische Verhalten eines Menschen mit schweren Depressionen!
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Re: Nicola

Beitragvon honey379 » 9. Feb 2008 23:42

Stimmt, Matteos Leben zu durchleuchten ist schon sehr schwer. gerade weil er sich von seinen Lieben so abkapselt.
Ich glaube trotzdem, er hätte mehr mitbekommen können, wenn er sich redlich darum bemüht hätte. Das er mehr handeln könnte, als er tatsächlich tut merkt man ja in der Szene, als ihm seine Freundin wegläuft und mit Kind zurückläßt, auch merkt man es an der traurigen Szene als Matteo zu Sylvester bei seiner Mutter war. Ich glaube schon, dass Nico wußte, dass was nicht stimmt. Seine Schwäche ist >Nichts< zu tun. Vielleicht urteile ich aber auch zu hart.
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Re: Nicola

Beitragvon mingi17 » 9. Feb 2008 23:54

Nein, ich gebe Dir schon recht damit. Aber ich denke, dass man von Ende her denkend manches anders sieht und auch anders machen würde. Freilich hätte er da an der Tür bei dem Blickwechsel was merken können/müssen, aber da ist drin die Familie, die feiert, dort der schwierige Bruder, der ein Einzelgänger geworden ist.
Mir hat sich auch die Szene kurz vor dem Tod eingeprägt, wie absurd das ist, dass er da die Blumen gießt, wünscht sich selbst oder dem Rest der Welt ironisch oder resigniert "Gutes neues Jahr" und springt. Damit hatte ich in dem Moment ehrlich nicht gerechnet!
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Re: Nicola

Beitragvon honey379 » 9. Feb 2008 23:59

Nein Mingi, damit habe auch ich nicht gerechnet. Ich hab erst mal wie erstarrt da gesessen und meinen Mund nicht mehr zugekriegt, so perplex war ich. Dann habe ich noch mal zurückgespult, um sicherzugehen, dass ich das eben auch wirklich gesehen habe.
Aber ich musste den Film auch zweimal schauen, um mehr zu begreifen. Und ich glaube, es gibt immer noch was, was mir auffallen würde (was völlig neue Aspekte und Betrachtungsweisen aufwerfen würde) wenn ich den Film ein drittes und viertes Mal schauen würde.
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Re: Nicola

Beitragvon mingi17 » 10. Feb 2008 00:19

Muss ich auch, aber jetzt kommt erst mal das Bonusmaterial noch dran
Aber nochmal zu Nicoa: was mir an ihm imponiert ist das gute Verhältnis zu seiner Tochter . Er meistert das als Alleinerziehender ja ganz toll.

So, soviel für heute, ich ziehe mich in meine Gemächer zurück, mein verrückter Kater, der sich für eine Schlummerrolle hält, wartet schon.

Ich wünsche allerseits Gute Nacht und süße Träume!
VLG Birgit
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Re: Nicola

Beitragvon honey379 » 10. Feb 2008 00:21

Dir auch ein gutes Nächtle. Träum was schönes.
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Re: Nicola

Beitragvon Künstlerin » 13. Mär 2008 18:09

Hallo Ihr da draussen.

Ich finde die Rolle des Nicola wunderbar gespielt und auch sehr überzeugend.
Was ich am Wesen des Nicola besonders fazinierend finde, ist die Ruhe, die er ausstrahlt und wie diese innere Ruhe von Jahr zu Jahr größer wird. Mir standen die Tränen in den Augen als er in einer der so ziemlich letzten Szenen via Brief vom Tod seiner Mutter erfährt. Jeder andere hätte wahrscheinlich nicht die Kraft aufgebracht, das Kind, welches kaum Selbstbewußtsein hat, die Nachricht verlesen zu lassen. Das ging mir durch Mark und Bein und zeigt die wirkliche Größe eines Menschen, wenn er in der Lage ist, sein Leid hinten anzustellen und einfach überlegt an die Sache zu gehen. Ich glaube in der szene ist mir klar geworden, dass Nicola ein wirklich guter Psychologe / Arzt gewesen sein muss.
Der Film besitzt einfach so viele wunderschöne Untertöne, so sensible Gedanken und braucht keinen sinnlosen Schnick-Schnack. Er beschreibt einfach das Werden und Vergehen. Eben Lebenswege...

Liebe Grüße Künstlerin
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