Etwas zum Nachdenken

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Re: Etwas zum Nachdenken

Beitragvon mingi17 » 11. Jun 2009 13:01

Bei den Etruskern hatte jeder Mann, jede Frau, jedes Kind ein Tränenglas. "Wenn ein Etrusker weinte, hielt er das Glas ans Auge und sammelte die Tränen. Tränen fallen aus der Seele, glaubten sie, sind das Schmelzwasser der Seele, und Tränen zu verlieren war daher dasselbe, wie die Seele zu verlieren. Dann krümelten sie Blütenblütter von Veilchen oder Rosen hinein, um die Tränen zu parfümieren und auf diese Weise eine Art Duftwasser herzustellen. Die Mischung wurde benutzt, um Menschen zu salben, die sie liebten. Womit sie ihre Seele für die Liebe aufgaben."

Aus: Marlena de Blasi, Tausend Tage in Orvieto
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Re: Etwas zum Nachdenken

Beitragvon Sweety » 6. Jul 2009 15:08

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Re: Etwas zum Nachdenken

Beitragvon mingi17 » 27. Jul 2009 20:51

Hermann Hesse - Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Händeringen hält einen nur davon ab, die Ärmel aufzukrempeln.
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Re: Etwas zum Nachdenken

Beitragvon Sweety » 5. Aug 2009 12:58

Die Steinsuppe

Märchen aus Irland

Ein Mönch ging betteln. Er kam an die Tür eines Bauern, aber sie wollten ihm nichts geben. Der Klosterbruder war zum Umfallen hungrig und sagte: »Na, dann will ich sehen, dass ich mir eine Steinsuppe mache.« Und er hob einen Stein vom Boden auf, putzte die Erde ab und begann ihn zu betrachten, ob er sich für eine Suppe eignete. Die Leute aus dem Haus konnten sich vor Lachen über den Klosterbruder und über seinen Einfall nicht halten. Da sagte der Klosterbruder: »Wie, habt ihr nie Steinsuppe gegessen? Ich kann euch sagen, das ist eine leckere Sache.«

Sie antworteten ihm: »Nun, dann zeig uns das mal.«

Das wollte der Klosterbruder nur hören. Nachdem er den Stein saubergemacht hatte, sagte er: »Könnt ihr mir wohl einen Topf leihen?«

Man gab ihm einen Topf aus Steingut. Er füllte ihn mit Wasser und legte den Stein hinein. »Wenn ihr mich jetzt den Topf ans Feuer stellen ließet...« Man ließ ihn gewähren. Sobald der Topf zu sieden begann, sagte er: »Mit ein wenig Schmalz würde die Suppe vorzüglich werden.« Man holte ihm etwas Schmalz. Die Suppe kochte und kochte, und die Leute aus dem Hause ließen den Mund offenstehen vor Verwunderung. Da probierte der Klosterbruder die Suppe und bemerkte beiläufig: »Sie ist ein wenig fad. Es fehlt unbedingt eine Prise Salz.«

Man gab ihm auch noch das Salz. Er schmeckte die Suppe ab und sagte: »Wenn jetzt noch ein paar junge Kohlblätter dazukämen, würde die Suppe himmlisch schmecken.«

Die Frau des Hauses ging in den Garten und brachte ihm zwei Kohlköpfe. Der Klosterbruder säuberte sie, zerpflückte sie zwischen den Fingern und ließ die Blätter in den Topf fallen. Als die Kohlblättchen gar waren, sagte er: »Also, ein Stück Wurst würde der Sache die Krone aufsetzen...«

Man brachte ihm ein Stück Wurst, er warf es in den Topf, und während es kochte, zog er Brot aus seinem Rucksack und schickte sich an, gemächlich zu essen. Die Suppe roch, dass es eine Wonne war. Er aß und leckte sich die Lippen ab, und nachdem er den Topf geleert hatte, blieb der Stein auf dem Boden zurück. Die Leute aus dem Haus hingen mit den Augen an ihm und fragten ihn: »Sagt, Herr Klosterbruder, und der Stein?«

Da antwortete der Klosterbruder: »Den Stein, den wasch ich und nehm ihn für das nächste Mal mit.«

Und so kam er zu einem Essen, wo man ihm nichts geben wollte.
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Re: Etwas zum Nachdenken

Beitragvon mingi17 » 20. Sep 2009 06:53

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Re: Etwas zum Nachdenken

Beitragvon mingi17 » 29. Okt 2009 07:36

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Re: Etwas zum Nachdenken

Beitragvon Sweety » 15. Jun 2010 15:01

DIE ERDE SPRICHT
>
>>>      Ihr habt mir großen Schmerz bereitet,
>>>      habt mich verletzt und ausgebeutet.
>>>      Seit ewig hab ich euch gegeben,
>>>      was alles ihr gebraucht zum Leben.
>>>      Ich gab euch Wasser, Nahrung, Licht,
>>>      lang hieltet ihr das Gleichgewicht,
>>>      habt urbar mich gemacht, gepflegt,
>>>      was ich euch bot, betreut, gehegt.
>>>      Doch in den letzten hundert Jahren
>>>      ist Satan wohl in euch gefahren.
>>>      Was in mir schlummert, wird geraubt,
>>>      weil ihr es zu besitzen glaubt.
>>>      Ihr bohrt nach Öl an tausend Stellen,
>>>      verschmutzt die Meere, Flüsse, Quellen,
>>>      umkreist mich sinnlos Tag und Nacht,
>>>      seid stolz, wie weit ihr es gebracht.
>>>      Habt furchtbar mich im Krieg versehrt,
>>>      kostbaren Lebensraum zerstört,
>>>      habt Pflanzen, Tiere, ausgerottet,
>>>      wer mahnt, der wird von euch verspottet -
>>>      kennt Habgier, Geiz und Hochmut nur
>>>      und respektiert nicht die Natur.
>>>      Drum werde ich jetzt Zeichen setzen
>>>      Und euch, so wie ihr mich, verletzen.
>>>      Ich werde keine Ruhe geben,
>>>      an allen meinen Teilen beben,
>>>      schick euch Tsunamiwellen hin,
>>>      die eure Strände überziehn.
>>>      Vulkane werden Asche spein,
>>>      verdunkelt wird die Sonne sein.
>>>      Ich bringe Wirbelstürme, Regen,
>>>      bald werden Berge sich bewegen,
>>>      was himmelhoch ihr habt errichtet,
>>>      mit einem Schlag wird es vernichtet,
>>>      und Blitze, wie ihr sie nicht kennt,
>>>      lass fahren ich vom Firmament.
>>>      Ich kann es noch viel ärger treiben,
>>>      drum lasst den Wahnsinn endlich bleiben!
>>>      Hört, Menschen, was die Erde spricht -
>>>      Denn ihr braucht sie, sie braucht euch nicht !
>
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Re: Etwas zum Nachdenken

Beitragvon mingi17 » 11. Aug 2010 12:44

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Die Deklaration der Menschenrechte zum Schutz der Würde jedes Menschen ist die grösste und bedeutendste Errungenschaft des 20. Jahrhunderts, ihre konkrete Umsetzung wird die grösste und schwerste Aufgabe und Herausforderung des 21.Jahrhunderts sein.

Noch ist unser Bewußtsein grossenteils darauf gerichtet, dass die Menschenwürde vor grober äusserer Mißachtung geschützt wird. Es gibt aber auch sehr viel subtilere, unsichtbarere Verletzungen der Würde, gerade Kindern gegenüber, für die das Bewußtsein noch sehr gering ist.
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Re: Etwas zum Nachdenken

Beitragvon Sweety » 20. Okt 2010 16:20

http://mina88.elf24.de/web3/mina88/html_images/glitzer171.gif
Zuletzt geändert von Sweety am 26. Okt 2010 22:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Etwas zum Nachdenken

Beitragvon Sweety » 26. Okt 2010 22:00

Kommunikation ist alles!

Große Aufruhr im Wald! Es geht das Gerücht um, der Bär habe eine Todesliste.

Alle fragen sich, wer auf der Liste steht.
Als erster nimmt der Hirsch allen Mut zusammen, geht zum Bären und fragt ihn:
"Sag mal Bär, stehe ich auch auf deiner Liste?"

"Ja," sagt der Bär "auch dein Name steht auf der Liste."

Voller Angst dreht sich der Hirsch um und geht. Und wirklich, nach 2 Tagen wird der Hirsch tot aufgefunden.
Die Angst bei den Waldbewohnern steigt immer mehr und die Gerüchteküche um die Frage, wer denn nun auf der Liste stehe, brodelt.
Der Keiler ist der erste, dem der Geduldsfaden reißt. Er sucht den Bären auf, um ihn zu fragen, ob er auch auf der Liste steht.

"Ja," antwortet der Bär "auch du stehst auf der Liste."

Verängstigt verabschiedet sich der Keiler vom Bären. Und auch ihn fand man nach 2 Tagen tot auf.
Nun bricht die Panik bei den Waldbewohnern aus.
Nur der Hase traut sich noch, den Bären aufzusuchen.

"Bär, steh ich auch auf der Liste?"

"Ja, auch du stehst auf der Liste."

"Kannst du mich da streichen?"

"Ja klar, kein Problem."

Kommunikation ist eben alles!
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